Archiv für August 2011

Saignelégier: Marché concours – Besuch am 13. Aug. 2011

Foto: Junges Freiberger Pferd am Marché concours

Etwas spät mache ich mich am Samstag Mittag (13. Aug. 2011) auf, um über Biel – Sonceboz – Tavannes mit dem kleinen roten Zug der “Chemins de fer du Jura” via Tramelan – Le Noirmont – Muriaux nach den Freibergen zu gelangen: nach Saignelégier, wo heute der berühmte “Marché concours”  stattfindet.
Von Tavannes aus kostet die Tageskarte für die CJ Fr. 9.90 (mit Halbtaxabo).
Gegen den späteren Nachmittag wird das Wetter immer besser, und schon bei der Hinfahrt zeigt sich der Schweizer Jura von der schönsten Seite. Ein kleines Filmexperiment (mit dem Rollei-Camcorder aus dem fahrenden Zug aufgenommen) kann einen ersten Eindruck der Landschaft der Freiberge vermitteln: Von Le Noirmont nach Les Emibois , von dort nach Muriaux  und weiter zum Ziel Saignelégier .

In Saignelégier herrscht bereits am Bahnhof eine Chilbi, wo sich Jugendliche auf einer Riesenschaukel durch die Luft schütteln lassen. An der lebhaften Wegkreuzung beim Bahnübergang strömen alle Leute zusammen. Ein Bub versucht sich, angeleitet von seiner Mutter, erfolgreich beim Entenfischen, und an einer andern Ecke preist ein Verkäufer wortreich sein Fensterputzgerät an. Wer sich für Wissenschaft interessiert, geht zum Stand mit den Dinosaurierspuren und den Versteinerungen. Andere zieht’s zur Weindegustation im Stand des Gastkantons Schaffhausen.

Foto: Weindegustation im Stand des Gastkantons Schaffhausen

Kinder kriegen dort einen gelben Schaffhauser Luftballon. Nun aber zu den Pferden: Hinter der grossen Halle löscht gerade eine Freiberger Stute mit ihrem Fohlen am Brunnen den Durst. Dann zu den Pferderennen: In der Rennbahn sind die Töchter des Landes zu bestaunen, die sich ohne Sattel und mit der Freiberger Tracht geschmückt auf ihren Pferden einen Wettkampf liefern.

Foto: Junge Freibergerin, ohne Sattel und in Tracht
nach dem traditionellen Wettkampf

Anderswo trainieren bereits professionelle Jockeys mit ihren Pferdewägelchen, und die Jungmannschaft vergnügt sich beim Sprung in die weichgepolsterte Unterlage. Nun aber zurück: Nochmals an der vielbegangenen Kreuzung vorbei und dann ein kurzer Blick zu den Autos der Chilbi, in denen man hier ohne Busse und zum Spass aufeinanderputschen darf. Dann geht’s wieder mit dem roten Züglein der CJ nach Tavannes und von dort über Biel nach Hause.

Hier der Link zu meiner Diaschau zum “Marché concours” vom 13. Aug. 2011 (Foto-Album auf Flickr)

Sämtliche kurzen Filme sind in einem einzigen (von freilich schlechterer Qualität) auf Youtube zusammengefasst:

Youtube: Saignelégier Marché concours (alle 36 Einzelfilme
in einem, schlechtere Qualität)

Weitere Links:
Saignelégier Wikipedia
Marché Concours Dt. Website
Alte Fotos Marché Concours anno 2003
Freiberger Pferde
JuraSchweizWiki (Foscube)
Foscube Homepage

Bern: Baustelle Beau-Site beim Kursaal

Der Neubau der Klinik Beau-Site an der Schänzlihalde beim Kursaal Bern hat inzwischen Form angenommen, obwohl der Kran der Baufirma Wirz noch nicht verschwunden ist.

Foto: Neubau der Klinik Beau-Site an der Schänzlihalde beim
Berner Kursaal – dunkel verschalter Turm (7. Aug. 2011)

Vergleiche die Fotos von der Baustelle (Foscube auf flickr), die durch jüngste Aufnahmen (Stand: 7. Aug. 2011) ergänzt sind.
Weitere Details zum Bau: Früherer Blog “Baustelle Schänzlihalde (Beau-Site)” mit Links.

Tagesausflug nach Fribourg Do. 4. Aug. 2011

Mit der S-Bahn 1 von Bern nach Fribourg/Freiburg i.Ue., der Zähringerstadt an der Sarine/Saane. Vom Bahnhof zum Funiculaire, der alten Drahtseilbahn, die in die Unterstadt (Place du Pertuis), zum Spital und zum Schwimmbad führt. Besuch der Kathedrale St. Nikolaus mit den Glasmalereien von Jozef Mehoffer.

Foto: Glasmalerei in der Kathedrale St. Nikolaus in Fribourg (Schweiz).
Entwürfe von Jozef Mehoffer

Dann den Stalden hinunter: Am Samariterin-Brunnen vorbei zur Saane und zur Holzbrücke Pont de Berne. Vgl. Album (auf Diaschau klicken) in flickr mit vielen Fotos von diesem Stadtrundgang.

Dazu auch ein kleines Filmchen auf youtube:

Film auf Youtube: Besuch in Fribourg/Freiburg i. Ue. (Schweiz)Technorati-Tags: , , ,

Stadtspaziergang: Auf jüdischen Spuren der Uhrenstadt Biel

Sonntagsausflug der CJA Bern
Die Christliche-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) hatte für Sonntag, den 31. Juli 2011 zu einem Stadtrundgang in der zweisprachigen Uhrenmetropole Biel eingeladen: Als “Reiseführer” für diesen Nachmittagsspaziergang durchs “jüdische Biel”stellte sich
freundlicherweise alt-Stadtpräsident Hans Stöckli zur Verfügung. An verschiedenen Orten der Stadt, gleichsam vor Ort, erläuterte Stöckli, wie die jüdische Gemeinschaft das Gesicht der Stadt Biel mitprägt(e). Dabei konnte er sich, wie er ausführte, abstützen auf das kürzlich erschienene Buch von Annette Brunschwig zur Geschichte der Juden Biels (ISBN 978-3-0340-1072-6).

Foto:
Hans Stöckli, alt-Stadtpräsident (und Kandidat für einen Berner Ständeratssitz 2011),
führt durch “seine” Stadt Biel


Schang Hutter, Roger Federer und Rolex grüssen am Bahnhofsplatz

Vor dem Bieler Bahnhof ist die Plastik “Vertschaupet” von Schang Hutter zu bewundern, und eine Rolex-Uhr mit dem Konterfei Roger Federers (der übrigens in Biel seine ersten Tennisstunden erhalten haben soll) weist hin auf die Bedeutung der Stadt Biel als Weltuhrenmetropole: Die weltweit bekannten Uhrenmarken Rolex und Omega haben hier ihre Produktionsstätten.

Fussgängerzone Nidaugasse: Warenhäuser und Uhren
Vor dem Manor -Warenhaus an Biels Fussgängerzone und Einkaufsmeile wusste Stöckli zu berichten, wie jüdische Unternehmer mit zum Wohlstand der Stadt beigetragen haben: Nicht nur Loeb ist hier zugegen, sondern auch die Warenhauskette Manor, deren Begründer Maus Bieler Wurzeln hat; die Maus-Gruppe ist heute ein international tätiges Unternehmen. Auch Uhrenfabrikanten jüdischer Herkunft waren in Biel tätig.

Foto:
Warenhaus Manor an der Nidaugasse in Biel

Flüchtlinge und J-Stempel
Ein trauriges Kapitel Geschichte war die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg und der begrenzte Wille der Schweiz, Flüchtlingen jüdischer Herkunft Asyl zu gewähren und sie so vor dem drohenden Tod zu retten. In Biel wandte sich Stadtpräsident Guido Müller tapfer gegen judenfeindliche Strömungen und intervenierte zugunsten der Verfolgten.
Von der Altstadt zur Kaffeepause im Museum Neuhaus
Die Bieler Altstadt ist kleiner als jene von Bern, aber sie hat ihr eigenes Caché. Auch hier gibt es immer wieder zu bauen und auszubessern: Vor der Stadtkirche der Altstadt gab die Neugestaltung des Platzes (Ring) politisch einiges zu reden, und die Meinungen prallten aufeinander. Als Insider hielt Hans Stöckli mit seiner eigenen Meinung nicht zurück. Ein separater Halt galt dem Antiquariat Thierstein in der Altstadt, in dessen Schaufenster Bücher zur Bieler Stadtgeschichte ausgestellt sind.
Dann ging’s vorbei am Rathaus und Theater zum Museum Neuhaus, in dessen Garten man zur gemütlichen Kaffeepause zusammenkam. Hier berichtete Hans Stöckli von seinen Erfahrungen in Biel als zweisprachiger Stadt, wo Deutsch und Französisch gesprochen werden.
Besuch der Bieler Synagoge
Nicht weit vom Museum Neuhaus liegt an der Rüschlistrasse die Bieler Synagoge, das jüdische Gotteshaus. Hier empfing uns Frau Mollet und schilderte die aufwändigen Renovationen der Synagoge, die ursprünglich nicht unterkellert war und aus diesem Grund infolge der Juragewässerkorrektion Schäden erlitt. Heute sind Inneres und Aeusseres des Gotteshauses wieder instandgestellt, und prächtige Lampen geben ein feierliches Licht, in welchem vorne die Krone der Tora aufleuchtet unter der hebräischen Inschrift “Wisse, vor wem du stehst !”.  Von der Empore aus, auf welcher sich noch heute ausschliesslich die Frauen beim Gottesdienst versammeln, hat man einen schönen Blick auf die vom Künstler Robert Nechin (Israel) gestalteten modernen Glasmalereien in Medaillons mit Themen aus der Bibel. Besonders gelungen fand ich den “Brennenden Dornbusch” (2. Mose 3,1-8) und die Darstellung des “Berges Nebo” (5. Mos. 34,1), wo Moses das verheissene Land schaute.

Foto:
Der brennende Dornbusch. Glasmalerei von Robert Nechin.
Biel, Synagoge

Einige Szenen sind hier auf youtube in einem kurzen Film zusammengefasst,
in welchen auch eine kleine Diaschau integriert ist:

Film Youtube:
Besuch in Biel mit alt-Stadtpräsident Hans Stöckli (31.7.2011)

Vgl. auch die Slideshow auf flickr:

http://www.flickr.com/photos/foscube/sets/72157627219634223/