Einmal jährlich treffen sich die Berner Singstudenten zum Weihnachtskommers. Und heuer gabs am 11. Dez. 2010 im Kongress-Saal im Kreuz gleich mehrere köstliche Überraschungen…
Dirigent Andreas Marti liess mit seinen Sängern ein Evergreen der Roaring Twenties erklingen, das ewig-schöne “Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten”.

Der ulkige Text dieses von Walter Kollo vertonten Liedes bringt uns noch heute zum Schmunzeln, und insbesondere studentische Bierbäuche mögen mitstöhnen: “Der Bauch der will nicht fort!”. Ein beherzigenswertes Rezept auch in unserer Zeit, wo schon die Jugend vor lauter Hamburgers und Pommes Frites und vom vielen Herumhocken vor der Glotze öfters ein Bäuchlein ansetzt. Mag auch dies Liedchen nicht so bekannt sein wie Kollos Linden-Marsch (Solang noch Untern Linden die alten Bäume blühn…), die Berner Singstudenten singen’s allemal schön.

Hören können wir die Tomatentante auch von der Schellackplatte: Interpretiert von Irene Ambrus oder als Foxtrott vom Odeon Tanzorchester.

Zweite Attraktion des Abends: Der humorvolle Rückblick eines Berner alt-Generalprokurators am Obergericht auf seine 33-jährige Tätigkeit im Dienste der Berner Justiz. Markus Weber ist in Bern kein Unbekannter, und nach seinem Rücktritt hat die Tagespresse (“Der Bund”) und die juristische Fachpresse seine Verdienste (ebenso wie das Singstudenten-Blättli) entsprechend gewürdigt.
Die Müsterchen seines Wirkens, die Lex in 34-minütiger fulminanter Rede der Corona vorsetzte, waren im Stil exakt auf die Hörerschaft eines Männerklubs ausgerichtet und gewürzt mit mancherlei anekdotischen Einlagen. Oder wussten Sie, womit ein Verteidiger seinen Lebensunterhalt bestreitet oder was nach Prof. Kummer den guten Juristen ausmacht ? Sehen und hören Sie sich’s an, ebenso wie einige Kuriosa: Eine abgebissene halbe Nase im Miljöh, ein juristischer Entrüstungssturm beim Aufkommen des “Monokini” im Marzilibad, und die Geschichte vom Kugelschreiber, dem Israeli und der amerikanischen Austauschstudentin am Bärengraben…

Rede herunterladen als mp4-Video (Link rechtsklicken und “speichern unter”).