Aufgegriffen: US-Banken 3-6-3

<”3-6-3″ – so wird das Modell der Spar- und Leihkassen in den USA bis in die späten 1970er Jahre beschrieben. Sparguthaben wurden zu 3% entgegengenommen und zu 6% als Hypotheken weitergegeben. Das wenig anspruchsvolle Geschäftsmodell erlaubte es den Bankchefs sodann, sich am frühen Nachmittag – eben um 3 Uhr – zum Golfspielen abzumelden.>
zit. nach NZZ Nr. 115, 19. Mai 2012, S. 29 (Christoph Eisenring, Washington: Von amerikanischen Vampir- und Zombie-Banken)

Schweizer Cupfinal Volleyball Damen 2012: VFM – Volero

Heute fand am 10. März 2012 in Bern in der Wankdorfhalle der Schweizer Cupfinal im Volleyball (Damen) statt: Volero Zürich gewann gegen VFM (Volleyball Franches-Montagnes) 3:0.

Teams Cupfinal

Teams Cupfinal

 

Die sympathische Mannschaft aus den Freibergen (im Kt. Jura) wurde von einer Schar von Supportern in roten VFM-Clubhemden unterstützt; Volero spielte in Schwarz und durfte als bessere Mannschaft verdient den begehrten Pokal entgegennehmen.

Eine ausgeklügelte Eventlogistik sorgte bei diesem Anlass für viel Abwechslung:

Die Spielerinnen betreten das Spielfeld aus einer Box, die eine neblige Aura versprüht und erst allmählich den Blick auf die mit Applaus begrüssten Stars freigibt

Ein kleiner Spielausschnitt gibt einen guten Eindruck vom sportlichen Einsatz der Spielerinnen

Nach dem Sieg von Volero reichen sich die Spielerinnen der beiden Mannschaften sportlich die Hand

Schliesslich werden die Preise vergeben und die Spielerinnen begeben sich unter grossem Applaus auf eine Ehrenrunde

Sponsoring durfte natürlich nicht fehlen, und manche der besten Spielerinnen sind als Ausländerinnen (EU, Balkanstaaten, Osteuropa usf.) zu ihrem Schweizer Club gestossen. Dabei mag auch das Geld eine Rolle spielen. Wie einstmals in Preussen der Soldatenkönig seine “langen Kerls” zusammensuchte, so halten die Vereine heute Ausschau nach Spielerinnen, die nicht nur gut Volley spielen, sondern möglichst um die 1,90 m hoch gewachsen sind, um mühelos am Netz agieren zu können… Daneben braucht es jedoch auch wendige kleinere Spielerinnen, die schnell vom Boden her die schwierigsten Bälle abfangen können.

Meine insgesamt 40 Amateurfilmchen von diesem Ereignis sind auf Youtube einzusehen.

Zur Youtube-Spielliste mit 40 Filmchen vom Cupfinal

Viel Spass !

Juedische Lobby in den USA – zu einem Film von Uri Schneider

Im Fernsehen erschien in der Reihe ARD-Doku im Juni 2010 ein Film von Uri Schneider mit dem Titel “Die jüdische Lobby – Spurensuche in Amerika”.


Der Film kann auf Youtube angesehen werden:

http://www.youtube.com/playlist?list=PL80EAF43A17149CD6

Der Film will aufzeigen, wie in der US-Politikszene für die Interessen Israels geworben wird. Eine neuere jüdische Lobby-Organisation (J Street) soll die traditionelle Lobby (AIPAC) ergänzen: J Street vertritt eine Linie der Verständigung mit den Palästinensern und tritt für einen Staat Palästina ein.

Hintergrundmaterial zu diesem wichtigen Thema auf meiner Webpage:

http://www.fschuppisser.ch/6pers/juedischelobbyusa.html

Absichtserklärung zu neuem Juraplebiszit

Foto: Regierungspräsidentin Elisabeth Baume-Schneider (Kt. Jura) und Regierungspräsident Bernhard Pulver (Kt. Bern) unterschreiben im Beisein von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine Absichtserklärung zur Lösung der “Jurafrage”. 20.2.2012 (Bild: Keystone)

Am Montag, den 20. Febr. 2012 kamen im Von-Wattenwyl-Haus in Bern Regierungsvertreter der Kantone Jura und des Kantons Bern im Rahmen einer Tripartiten Konferenz unter Bundesrätin Simonetta Sommaruga zusammen, um eine Absichtserklärung zur kommenden (zweiten) Plebiszitrunde zur “Jurafrage” zu unterzeichnen. Anwesend war auch Dick Marty als Präsident der AIJ (Assemblée interjurassienne). Der Text dieser Absichtserklärung ist lesenswert.

Vgl. Absichtserklärung (auf deutsch) / Déclaration d’intention (en français).
(pdf abspeichern: Mausklick rts. + “speichern unter”)

Vgl. auch JuraSchweizWiki : Question jurassienne/Jurafrage und Schwarzbuch zur Jurafrage

Urlaub Herbst 2011: Berlin, Erfurt, Gotha – Fotos

 


BERLIN 2011

Foto: Zufriedene Ente – Berliner Wasser schmeckt gut…


Im September 2011 ging’s per ICE nach Berlin. Hier gibt es stets was Neues zu entdecken. Wie wär’s mit einem Ausflug ins Grüne ? Zum Tegeler Forst und nach Heiligensee, oder am Uferweg entlang der Havel (Breitehorn) nach Kladow, oder mit der Strassenbahn von Köpenick nach Schmöckwitz… Alles Vorschläge der BVG Berlin für Ausflüge ins Grüne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Oder Du besuchst Museen und Galerien, und siehst Dich in der Mitte beim Dom und Alexanderplatz um, was mit dem früheren Schlossplatz geschehen ist und ob der “Palast der Republik” nun endgültig fachgerecht entsorgt ist und die Bauakademie vielleicht wieder aufgebaut worden ist. Auch ein Besuch in Potsdam ist obligatorisch, diesmal mit dem Besuch der Nikolai-Kirche, dem Einstein-Turm und dem Neuen Palais. Natürlich ging’s auch wieder zum “Ruedi-Sommerfest” am Rüdesheimer Platz, der heuer als Baudenkmal seinen 100. Geburtstag feiern darf. So gab’s allemal bei schönem und auch bei schlechterem Wetter manches zu sehen.

Hier das Verzeichnis der 2011er-Berliner-Fotoalben, in dem Du Dich selber umsehen kannst. Alles ist nach Alben geordnet, die Du Dir am besten als “Slideshow/Diashow” anguckst.

ERFURT 2011

Erfurt, ehem. Augustinereremitenkloster, Bibliothek des evangelischen Ministeriums


Von Berlin ging’s über Lutherstadt-Wittenberg und das schöne Leipzig (Fotos) nach Erfurt in Thüringen. Hier war die grosse Attraktion der kommende Besuch des deutschen Papstes, dem alle entgegenfieberten. So gab’s neben Luther-Büsten auch Benedikt-Büsten in der kirchlichen Buchhandlung am Domplatz, und im Augustinerkloster, wo Luther als Mönch eintrat, gab’s am Tag des Offenen Denkmals interessante Bücher in der Bibliothek des Ministeriums (d.h. der evangelischen Pastoren) zu sehen. In der Predigerkirche ein schönes Konzert mit Orgel und Trompete, und in der Synagoge der aufsehenerregende mittelalterliche Schatz, der zur Zeit der Judenverfolgungen vergraben und von den Archäologen kürzlich geborgen wurde. Nicht unerwähnt darf ein Abstecher nach Naumburg an der Saale bleiben (anlässlich der Ausstellung “Der Naumburger Meister”).

Hier der Link zu den Erfurter Fotoalben 2011.
   

GOTHA

Gotha – Altes Rathaus (Giebel)


Nun ging’s weiter von Erfurt nach Gotha. Gemütlich in der Konditorei zu sitzen mit dem Blick aufs Alte Rathaus ist ein stilles Vergnügen, das man immer wieder gerne geniesst. Oder mit der Thüringer Waldbahn (einer Strassenbahn) direkt nach Tabarz am Fuss des Thüringer Waldes. Hier sind Szenen von Hoffmanns “Struwwelpeter” in einem Park aufgestellt, etwa der Suppenkaspar oder Hans-Guck-in-die-Luft. Hoffmann weilte hier wie viele andere gerne zur (Kneipp-)Kur. In Gotha sieht das Schloss Friedenstein von aussen nicht allzu einladend aus – aber innen ! Das Schlossmuseum, dessen Besuch einen ganzen Tag dauert, birgt in zahlreichen fürstlich ausgestatteten Gemächern eine Fülle sehenswerter Kunstschätze und sogar ein eigenes Hoftheater. Hier der Link zu den Fotoalben Gotha 2011. Von Gotha ging’s auch ins nahe Eisenach und zur Wartburg.

       

N.B.: Sieh’ Dir auch den Fotolink zur ganzen Herbstreise 2011 Berlin-Erfurt-Gotha an !

Saignelégier: Marché concours – Besuch am 13. Aug. 2011

Foto: Junges Freiberger Pferd am Marché concours

Etwas spät mache ich mich am Samstag Mittag (13. Aug. 2011) auf, um über Biel – Sonceboz – Tavannes mit dem kleinen roten Zug der “Chemins de fer du Jura” via Tramelan – Le Noirmont – Muriaux nach den Freibergen zu gelangen: nach Saignelégier, wo heute der berühmte “Marché concours”  stattfindet.
Von Tavannes aus kostet die Tageskarte für die CJ Fr. 9.90 (mit Halbtaxabo).
Gegen den späteren Nachmittag wird das Wetter immer besser, und schon bei der Hinfahrt zeigt sich der Schweizer Jura von der schönsten Seite. Ein kleines Filmexperiment (mit dem Rollei-Camcorder aus dem fahrenden Zug aufgenommen) kann einen ersten Eindruck der Landschaft der Freiberge vermitteln: Von Le Noirmont nach Les Emibois , von dort nach Muriaux  und weiter zum Ziel Saignelégier .

In Saignelégier herrscht bereits am Bahnhof eine Chilbi, wo sich Jugendliche auf einer Riesenschaukel durch die Luft schütteln lassen. An der lebhaften Wegkreuzung beim Bahnübergang strömen alle Leute zusammen. Ein Bub versucht sich, angeleitet von seiner Mutter, erfolgreich beim Entenfischen, und an einer andern Ecke preist ein Verkäufer wortreich sein Fensterputzgerät an. Wer sich für Wissenschaft interessiert, geht zum Stand mit den Dinosaurierspuren und den Versteinerungen. Andere zieht’s zur Weindegustation im Stand des Gastkantons Schaffhausen.

Foto: Weindegustation im Stand des Gastkantons Schaffhausen

Kinder kriegen dort einen gelben Schaffhauser Luftballon. Nun aber zu den Pferden: Hinter der grossen Halle löscht gerade eine Freiberger Stute mit ihrem Fohlen am Brunnen den Durst. Dann zu den Pferderennen: In der Rennbahn sind die Töchter des Landes zu bestaunen, die sich ohne Sattel und mit der Freiberger Tracht geschmückt auf ihren Pferden einen Wettkampf liefern.

Foto: Junge Freibergerin, ohne Sattel und in Tracht
nach dem traditionellen Wettkampf

Anderswo trainieren bereits professionelle Jockeys mit ihren Pferdewägelchen, und die Jungmannschaft vergnügt sich beim Sprung in die weichgepolsterte Unterlage. Nun aber zurück: Nochmals an der vielbegangenen Kreuzung vorbei und dann ein kurzer Blick zu den Autos der Chilbi, in denen man hier ohne Busse und zum Spass aufeinanderputschen darf. Dann geht’s wieder mit dem roten Züglein der CJ nach Tavannes und von dort über Biel nach Hause.

Hier der Link zu meiner Diaschau zum “Marché concours” vom 13. Aug. 2011 (Foto-Album auf Flickr)

Sämtliche kurzen Filme sind in einem einzigen (von freilich schlechterer Qualität) auf Youtube zusammengefasst:

Youtube: Saignelégier Marché concours (alle 36 Einzelfilme
in einem, schlechtere Qualität)

Weitere Links:
Saignelégier Wikipedia
Marché Concours Dt. Website
Alte Fotos Marché Concours anno 2003
Freiberger Pferde
JuraSchweizWiki (Foscube)
Foscube Homepage

Bern: Baustelle Beau-Site beim Kursaal

Der Neubau der Klinik Beau-Site an der Schänzlihalde beim Kursaal Bern hat inzwischen Form angenommen, obwohl der Kran der Baufirma Wirz noch nicht verschwunden ist.

Foto: Neubau der Klinik Beau-Site an der Schänzlihalde beim
Berner Kursaal – dunkel verschalter Turm (7. Aug. 2011)

Vergleiche die Fotos von der Baustelle (Foscube auf flickr), die durch jüngste Aufnahmen (Stand: 7. Aug. 2011) ergänzt sind.
Weitere Details zum Bau: Früherer Blog “Baustelle Schänzlihalde (Beau-Site)” mit Links.

Tagesausflug nach Fribourg Do. 4. Aug. 2011

Mit der S-Bahn 1 von Bern nach Fribourg/Freiburg i.Ue., der Zähringerstadt an der Sarine/Saane. Vom Bahnhof zum Funiculaire, der alten Drahtseilbahn, die in die Unterstadt (Place du Pertuis), zum Spital und zum Schwimmbad führt. Besuch der Kathedrale St. Nikolaus mit den Glasmalereien von Jozef Mehoffer.

Foto: Glasmalerei in der Kathedrale St. Nikolaus in Fribourg (Schweiz).
Entwürfe von Jozef Mehoffer

Dann den Stalden hinunter: Am Samariterin-Brunnen vorbei zur Saane und zur Holzbrücke Pont de Berne. Vgl. Album (auf Diaschau klicken) in flickr mit vielen Fotos von diesem Stadtrundgang.

Dazu auch ein kleines Filmchen auf youtube:

Film auf Youtube: Besuch in Fribourg/Freiburg i. Ue. (Schweiz)Technorati-Tags: , , ,

Stadtspaziergang: Auf jüdischen Spuren der Uhrenstadt Biel

Sonntagsausflug der CJA Bern
Die Christliche-Jüdische Arbeitsgemeinschaft (CJA) hatte für Sonntag, den 31. Juli 2011 zu einem Stadtrundgang in der zweisprachigen Uhrenmetropole Biel eingeladen: Als “Reiseführer” für diesen Nachmittagsspaziergang durchs “jüdische Biel”stellte sich
freundlicherweise alt-Stadtpräsident Hans Stöckli zur Verfügung. An verschiedenen Orten der Stadt, gleichsam vor Ort, erläuterte Stöckli, wie die jüdische Gemeinschaft das Gesicht der Stadt Biel mitprägt(e). Dabei konnte er sich, wie er ausführte, abstützen auf das kürzlich erschienene Buch von Annette Brunschwig zur Geschichte der Juden Biels (ISBN 978-3-0340-1072-6).

Foto:
Hans Stöckli, alt-Stadtpräsident (und Kandidat für einen Berner Ständeratssitz 2011),
führt durch “seine” Stadt Biel


Schang Hutter, Roger Federer und Rolex grüssen am Bahnhofsplatz

Vor dem Bieler Bahnhof ist die Plastik “Vertschaupet” von Schang Hutter zu bewundern, und eine Rolex-Uhr mit dem Konterfei Roger Federers (der übrigens in Biel seine ersten Tennisstunden erhalten haben soll) weist hin auf die Bedeutung der Stadt Biel als Weltuhrenmetropole: Die weltweit bekannten Uhrenmarken Rolex und Omega haben hier ihre Produktionsstätten.

Fussgängerzone Nidaugasse: Warenhäuser und Uhren
Vor dem Manor -Warenhaus an Biels Fussgängerzone und Einkaufsmeile wusste Stöckli zu berichten, wie jüdische Unternehmer mit zum Wohlstand der Stadt beigetragen haben: Nicht nur Loeb ist hier zugegen, sondern auch die Warenhauskette Manor, deren Begründer Maus Bieler Wurzeln hat; die Maus-Gruppe ist heute ein international tätiges Unternehmen. Auch Uhrenfabrikanten jüdischer Herkunft waren in Biel tätig.

Foto:
Warenhaus Manor an der Nidaugasse in Biel

Flüchtlinge und J-Stempel
Ein trauriges Kapitel Geschichte war die Judenverfolgung im Zweiten Weltkrieg und der begrenzte Wille der Schweiz, Flüchtlingen jüdischer Herkunft Asyl zu gewähren und sie so vor dem drohenden Tod zu retten. In Biel wandte sich Stadtpräsident Guido Müller tapfer gegen judenfeindliche Strömungen und intervenierte zugunsten der Verfolgten.
Von der Altstadt zur Kaffeepause im Museum Neuhaus
Die Bieler Altstadt ist kleiner als jene von Bern, aber sie hat ihr eigenes Caché. Auch hier gibt es immer wieder zu bauen und auszubessern: Vor der Stadtkirche der Altstadt gab die Neugestaltung des Platzes (Ring) politisch einiges zu reden, und die Meinungen prallten aufeinander. Als Insider hielt Hans Stöckli mit seiner eigenen Meinung nicht zurück. Ein separater Halt galt dem Antiquariat Thierstein in der Altstadt, in dessen Schaufenster Bücher zur Bieler Stadtgeschichte ausgestellt sind.
Dann ging’s vorbei am Rathaus und Theater zum Museum Neuhaus, in dessen Garten man zur gemütlichen Kaffeepause zusammenkam. Hier berichtete Hans Stöckli von seinen Erfahrungen in Biel als zweisprachiger Stadt, wo Deutsch und Französisch gesprochen werden.
Besuch der Bieler Synagoge
Nicht weit vom Museum Neuhaus liegt an der Rüschlistrasse die Bieler Synagoge, das jüdische Gotteshaus. Hier empfing uns Frau Mollet und schilderte die aufwändigen Renovationen der Synagoge, die ursprünglich nicht unterkellert war und aus diesem Grund infolge der Juragewässerkorrektion Schäden erlitt. Heute sind Inneres und Aeusseres des Gotteshauses wieder instandgestellt, und prächtige Lampen geben ein feierliches Licht, in welchem vorne die Krone der Tora aufleuchtet unter der hebräischen Inschrift “Wisse, vor wem du stehst !”.  Von der Empore aus, auf welcher sich noch heute ausschliesslich die Frauen beim Gottesdienst versammeln, hat man einen schönen Blick auf die vom Künstler Robert Nechin (Israel) gestalteten modernen Glasmalereien in Medaillons mit Themen aus der Bibel. Besonders gelungen fand ich den “Brennenden Dornbusch” (2. Mose 3,1-8) und die Darstellung des “Berges Nebo” (5. Mos. 34,1), wo Moses das verheissene Land schaute.

Foto:
Der brennende Dornbusch. Glasmalerei von Robert Nechin.
Biel, Synagoge

Einige Szenen sind hier auf youtube in einem kurzen Film zusammengefasst,
in welchen auch eine kleine Diaschau integriert ist:

Film Youtube:
Besuch in Biel mit alt-Stadtpräsident Hans Stöckli (31.7.2011)

Vgl. auch die Slideshow auf flickr:

http://www.flickr.com/photos/foscube/sets/72157627219634223/


Plateau des Glières, Exkursion 25.6.2011

Monument National à la Résistance, Plateau des Glières

In den Alpen des französischen Departements Haute-Savoie liegt auf rund 1′500 Metern Höhe die Hochebene von Glières (plateau des Glières), im März 1944 Schauplatz eines ungleichen Kampfes von französischen Widerstandskämpfern gegen die Uebermacht der deutschen Wehrmacht und ihrer Helfer…

Auf dieses Plateau führte uns ein Car von Genf aus anlässlich einer Exkursion der Schweizerischen Vereinigung für Militärgeschichte und Militärwissenschaft (SVMM). Vgl. die Diaschau mit Fotos zu diesem Ausflug zum Plateau des Glières auf flickr.

Der strahlend schöne Sommertag konnte uns nicht vergessen lassen, dass im März 1944 die Kämpfe im Schnee geführt wurden. Rund 120 Widerstandskämpfer fanden den Tod und weitere zwei Drittel der rund 450 Widerstandskämpfer wurden gefangengenommen. Vgl. Maquis des Glières.


Bild links: Plateau des Glières, mars 1944

Die Ereignisse sind im Zusammenhang mit den bevorstehenden Landungen der Alliierten im Sommer 1944 in der Normandie und in Südfrankreich zu sehen: Die Widerstandskämpfer sollten von den Engländern Waffen und Munition für Operationen zur Befreiung Frankreichs von der deutschen Besatzung erhalten. Nachdem die Engländer erfolgreich aus Flugzeugen Waffen und Munition mit Fallschirmen auf dem Plateau abgeworfen hatten, wurde die deutsche Werhmacht aktiv und ging (zusammen mit bewaffneten Milizen der Vichy-Regierung und weiteren französischen Polizeieinheiten) gegen die Résistants vor, die gegen die deutschen Flugzeuge und die zahlenmässige Uebermacht keine Chance hatten. Dies geschah jedoch zu einem Zeitpunkt, als sich die deutsche Niederlage im Weltkrieg bereits abzuzeichnen begann und man mit der Landung der Alliierten in Frankreich rechnete.

Eigentlich sollte ein Maquis eine Gruppe sein, die einen Guerillakrieg führt und sofort wieder “untertauchen” kann, wenn dies nötig ist. Auf dem Plateau wurde die Gruppe von Widerstandskämpfern jedoch allmählich zu gross: Zu erfahrenen Soldaten der französischen “Armée secrète” stiessen auch zahlreiche “réfractaires”, jüngere Franzosen, welche dem Aufgebot zur Zwangsarbeit in Deutschland zu entkommen suchten. Auch kommunistische Partisanen und ehemalige spanische Bürgerkriegskämpfer stiessen zur Gruppe, die allmählich zu gross geworden war.

Die Ereignisse auf dem Plateau erhielten alsbald Resonanz in der “guerre des ondes” (Radio-Krieg): Die Wehrmacht und die von ihr kontrollierten Radiosender stellten die unterlegenen Partisanen als terroristische Banden hin, dagegen würdigte Radio Londres als französische Stimme de Gaulles den tapferen Einsatz der unterlegenen Widerstandskämpfer als wichtigen Beitrag und erste Schlacht zur Befreiung Frankreichs. “Défaite des armes, mais victoire des âmes”.

bachelet

Bild links: Général Jean-René Bachelet
Im Hintergrund: Denkmal für Widerstandskämpfer und Fahne Frankreichs mit Lothringerkreuz

Wir hatten das Glück, in Général Jean-René Bachelet, Präsident der Association des Glières, einen kompetenten “Guide” zu haben, der manche Erklärungen zu geben wusste und Fragen kompetent beantworten konnte. Bachelet stand selber dem 27e Bataillon de Chasseurs Alpins vor, jener Einheit, der auch verschiedene Widerstandskämpfer von 1944 auf dem Plateau angehörten. Auf die Niederlage der Partisanen im März 1944 folgten dann der allmähliche Rückzug der deutschen Truppen und erneute Waffenabwürfe durch die Alliierten auf dem Plateau. Die savoyischen Alpenjäger befreiten nun die Haute-Savoie eigenständig, und es kam die Stunde der Abrechnung mit den Kollaborateuren (Épuration) und die grosse Aufgabe des Wiederaufbaus und der Besinnung auf die demokratischen Werte.

Die deutsch-französische Freundschaft, die Gründung der UNO und eines vereinten Europas werden Wirklichkeit… Es folgt der Kalte Krieg, der Krieg in Indochina, in Algerien. Die ehemaligen Widerstandskämpfer und auch die Kollaborateure gehen ihre eigenen Wege nach der Kapitulation Deutschlands und dem Ende des Vichy-Régimes unter Maréchal Pétain. Jacques de Bernonville, der die Vichy-Miliz im Kampf gegen das Maquis von Glières angeführt hatte, muss vor der französischen Justiz fliehen. Oberst Yves Godard, der zum Maquis stiess und dort das 27e Bataillon de Chasseurs Alpins kommandierte, wird später im Indochinakrieg (Dien Bien Phu), im Suezkrieg 1956 und im Algerienkrieg kämpfen; in Algerien ist er zuständig für die Sicherheit, nimmt am Offiziersputsch teil, tritt in die OAS ein und wird in Frankreich zu Tode verurteilt und später begnadigt…

Général Bachelet, der uns führte und auch in Sarajevo im Einsatz war, hat sich immer wieder Gedanken gemacht zur Ethik militärischer Einsätze; vgl. etwa seinen lesenswerten englischsprachigen Artikel “Bringing the Violence of War under Control in a Globalized World“.