Das HGM im Wiener Arsenal umfasst zahlreiche Sammlungen von der Zeit des 30-jährigen Krieges 1618-1648 bis zum 20. Jahrhundert (ausführliche Ausstellung zum Ersten Weltkrieg). Gleich am Eingang des HGM ist die Devise zu lesen "Kriege gehören ins Museum". Damit soll gesagt sein, dass es nicht Zweck des HGM ist, Kriege zu verherrlichen.
Lohnend zur Einführung ist die Lektüre der vom Museum herausgegebenen Merkblätter.
Eine gute Einführung zum HGM vermittelt die Sendung von ORF3: Karl Hohenlohe im Gespräch mit Christian Ortner (Direktor des HGM): HGMOrf.mp4
Wer sich nicht die Zeit nimmt, sämtliche Sammlungen des HGM zu besuchen, wird aber sicher im Vestibül die Feldherrenhalle besuchen und dann die Stiege (=Treppe) hochgehen zur zentralen Ruhmeshalle im 1. Stock.
Wien HGM, Fedlherrenhalle (Vestibül Parterre)
Die Statuen der einzelnen Feldherren im Vestibül sind ausführlicher beschrieben im Wikipedia-Artikel zum HGM.
Gedenktafel Kaiser Franz Joseph I. 1863 im Stiegenhaus (Treppenaufgang)
Beim Treppenaufgang erinnert eine Tafel von 1863 an Kaiser Franz Joseph I., der die Feldherrenhalle im Parterre und die Ruhmeshalle anlegen liess.
Ruhmeshalle HGM: Blick zur Kuppel mit Fresken
Vom Stiegenhaus gelangt man in diekuppelüberwölbte Ruhmeshalle mit zwei Nebenhallen. Hier wird die habsburgische Heeresgeschichte in zahlreichen Fresken von Karl von Blaas veranschaulicht: Von den mittelalterlichen Babenbergern über Rudolf von Habsburg zu Kaiser Karl V. Dann Episoden aus Schlachten der Türkenkriege, aus der Zeit von Prinz Eugen und Maria Theresia, aus der Zeit der napoleonischen Kriege und schliesslich der Sieg von Novara 1849 unter Radetzky. Der Besucher kann sich mittels Audioguide und anderer an der Kasse verfügbarer Hilfsmittel die einzelnen Fresken erläutern lassen.
Ausführlicher sind sämtliche Fresken beschrieben in der Publikation: Allmayer-Beck,
Joh. Christoph:Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum. Die
Repräsentationsräume. Salzburg: Kiesel 1981.
Der ältere Katalog des HGM von Wilhelm Erben Wien 1899
ist bei Archive.org herunterzuladen. Sicherheitskopie
Katalog Erben 1899.
Neben den Fresken sind in der Ruhmeshalle auch die 43 Gedenktafeln aus Marmor an den Wänden zu beachten. Hier sind insgesamt 473 höhere Offiziere genannt, die in den Schlachten der Monarchie von 1618 bis 1918 den Tod gefunden haben oder kurz nach der Schlacht an einer erlittenen Verletzung verstorben sind.
Drei Gedenktafeln für Gefallene (1757-1794) an der Wand der
Ruhmeshalle (HGM 1.Stock)
Als Beispiel eines Freskos der Ruhmeshalle sei hier die Schlacht von Aspern 1809 gezeigt, in welcher der österreichische Feldherr Erzherzog Karl den Kaiser Napoleon vor Wien besiegte.
Erzherzog Karl in der Schlacht von Aspern 1809: Generalissimus Erzherzog Karl ergreift die Fahne des I. Bataillons des Infanterieregiments Freiherr von Zach Nr. 15, um das wankende Bataillon vorzuführen
Kurz darauf ging für Oesterreich jedoch die Schlacht von Wagram verloren, und Napoleon konnte als Sieger in die Stadt Wien einziehen. Das Fresko erinnert an die Reiterstatue von Erzherzog Karl in der Wiener Hofburg.
Reiterdenkmal Erzherzog Karl
in der Wiener Hofburg
38cm Belagerungshaubitze M. 1916, Skoda/Pilsen
Die Sammlung HGM zum Ersten Weltkrieg wurde kürzlich neu
gestaltet und erweitert und führt Jahr um Jahr durch den Krieg 1914-1918
Eine besondere Dokumentation ist dem k.u.k. Kriegspressequartier
1914-1918 gewidmet.
Das Attentat, dem der habsburgische Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Gattin in Sarajevo (Bosnien-Herzegovina) zum Opfer fielen, führte zur Kriegserklärung Oesterreichs an Serbien und zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges.
Automobil, in welchem der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und dessen Gattin erschossen wurden
Das Automobil, in welchem der Thronfolger und dessen Gattin durch Pistolenschüsse getötet wurden, ist im HGM zu besichtigen. Man sieht darauf etliche Einschusslöcher. Ebenso ist die blutbefleckte Uniform des Thronfolgers mit dem tödlichen Einschussloch am Hals zu sehen, sowie das Sofa, auf welchem Franz Ferdinand seinen Verletzungen erlag. vgl. Album Sarajewo.
Vgl. Album auf flickr zum Franz-Joseph-Saal
Die 34 Uniformdarstellungen der k.u.k.-Armee von Oskar Brüch von 1895
zeigen die bunte Vielfalt der Uniformen vor dem 1. Weltkrieg, oft in
verschiedenen Adjustierungen (Dienst, Parade, Marsch etc.).
Vgl. Dirrheimer, Günter (ed.): Das K. U. K. Heer 1895. Graz:Stocker
1997 (= Schriften des HGM in Wien, Hg. von der Direktion. Bd.10)
Im Original sind die prächtigen Leibgarde-Uniformen mit aufwendigen Stickereien zu bewundern.
Heroldhemd für Trompeter der königlich-ungarischen Leibgarde
Weiter sind verschiedene Uniformen, Orden und Utensilien von Kaiser
Franz-Josph I. zu sehen, Ein Prachteinband ziert das 1908 zum
60.Regierungsjubiläum von Franz Joseph I. erschienene Werk von J.-A.
Freiherr von Helfert: An Ehren und an Siegen reich. Bilder aus
Oesterreichs Geschichte, 1902. Neben Uniformen sind auch Waffen
(Pistolen, Gewehre, Maschinengewehre, Kanonen) zu besichtigen. Eine
weitere Sammlung gilt dem Generalstabchef Franz Conrad von Hötzendorf
(1852-1925). In einer Vitrine sind Ausrüstungsgegenstände der
Gebirgstruppen ausgestellt.
Eine auf Leinwand projizierte Bildersammlung zeigt Porträts von Offizieren
der Epoche, eine weitere Karikaturen zum Militär.
Aufschlussreich ist eine weitere Bilderschau zur Entwicklung der Militärtechnik bis
zur aufkommenden Motorisierung.
Vgl. Album auf flickr zu Sammlung 19. Jh.
Diese Epoche umfasst:
a) die (gescheiterte) Revolution 1848/1849 im Kaisertum Oesterreich
b) den deutsch-dänischen Krieg 1864, in welchem Oesterreich an der Seite
Preussens gegen die Dänen siegt
c) den deutschen Krieg 1866 mit der schmerzlichen Niederlage Oesterreichs
in Königgrätz/Sadowa gegen die preussische Armee
d) Kriege in Italien (1859 u. 1866), die schliesslich zur Aufgabe
oesterreichischer Besitzungen in Italien und zur Einigung Italiens führen
Die Batterie der Toten. Episode aus der Schlacht bei Königgrätz 1866.
Gemälde von Václav Sochor 1907
Die Darstellung zeigt Menschen und Pferde als Opfer des Kampfes und hebt
sich ab von heroisierenden
Schlachtdarstellungen
Eine wichtige Persönlichkeit der Epoche ist Feldmarschall Josef W. Radetzky,
heute v.a. noch bekannt wegen des Radetzky-Marsches von
Strauss. Er war führend bei der Niederschlagung der Revolution 1848/49 und
seine Siege in der Lombardei vermochten auf die Länge nicht, Oesterreichs
italienische Besitzungen zu erhalten und die Einigung Italiens
aufzuhalten.
Josef WenzelRadetzky. Büste in Marmor von Giovanni Emanueli
Vgl. Album flickr Tuerken
Zweite Türkenbelagerung Wiens: Grosswesir Kara Mustapha in der
Schlacht vor der türkischen Niederlage
(wohl von einem polnischen Hofmaler dargestellt)
Zweimal wurde Wien von osmanischen Heeren belagert und konnte die Eroberung der Stadt durch die Türken verhindern: Das erste Mal im Jahr 1529, und ein zweites Mal im Jahr 1683.
Belagerung und Erstürmung der Stadt Frankfurt an der Oder durch
Schwedenkönig Gustav Adolf
(13. April 1631)
Eine umfangreiche grafische Sammlung dokumentiert den 30-jährigen Krieg. Namen wie Tilly, Wallenstein
(Waldstein) und Gustav Adolf, Schlachtenbilder und Fürstenporträts lassen
die (schreckliche) Zeit vor unsern Augen erstehen. Vgl. Album 1618-1648 und Album Graphik
sowie Album
Anfänge des stehenden Heeres.
Vgl. das flickr-Album Maria Theresia
Maria Theresia und Franz Stephan mit dem kleinen Erzherzog Josef
Die "Kaiserin" Maria Theresia hatte dem preussischen König Friedrich II. die Stirn zu bieten. Im siebenjährigen Krieg, der für Preussen glücklich endete, verlor die Habsburger Monarchie Schlesien.
Ueberfall auf das preussische Lager bei Hochkirch (14. Okt. 1758)
Gemälde von Hyacinth de la Pegna
Siegesmeldung in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813
Die Zeit der Koalitionskriege gegen Frankreich, des Aufstiegs von Napoleon Bonaparte, des Sieges der österreichischen Waffen unter Erzherzog Karl bei Aspern 1809, der darauf folgenden Niederlage bei Wagram und der Besetzung Wiens durch die Franzosen. Die Befreiungskriege (nach dem missglückten russischen Feldzug Napoleons): Sieg über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 (Oberkommandierender: Fürst Schwarzenberg). Der Wiener Kongress 1814-15 unter Fürst Metternich und die Verbannung Napoleons.
Eingang zum Heeresgeschichtlichen Museum (HGM) im Arsenal
flickr-Album zum Gebäude des Arsenals
flickr-Album zur Geschichte des HGM
flickr-Album zum aktuellen Museums-Shop
as of May 3, 2025
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